Teckelzucht - zum Fundsteinhof
 


 
 

Ich komme sofort ...


Damit Ihr Hund Ihnen diesen Wunschtraum erfüllen kann, muss er erst einmal verstehen, was Sie von ihm erwarten.

Der Schlüssel: Interessant sein

Um Kommunikation mit dem Hund aufzubauen, bedarf es zunächst der Bereitschaft des Hundes, die Nähe des Menschen zu suchen und mit diesem in Kontakt treten zu wollen.
Leider gibt es viele Hunde, die nicht nur zeitweise kein Interesse an einer Kontaktaufnahme und an Kommunikation mit dem Menschen und speziell mit dem eigenen Halter zeigen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Zum einen stehen, nach meiner Erfahrung, die für den Hund vielfach unberechenbar und willkürlich erscheinenden Kommandos und unangenehmen Einwirkungen des Menschen denen er nicht ausweichen konnte, und zum anderen die Bedeutungslosigkeit der benützten Signale.
So hat ein Hund, vor allem bei interessanter Ablenkung (=ablenkender Reiz, der das Interesse des Hundes auf sich zieht), oft auch wenig Veranlassung freudig heranzukommen, wenn sein Mensch ihn ruft und gerne an dessen Seite zu sein.


Zungenschnalzen und Leckerchen

Um sich freiwillig zu nähern, muss der Hund Interesse an Ihnen haben. Das können Sie zum Beispiel folgendermaßen aufbauen: Durch ein spezielles Aufmerksamkeitssignal, zum Beispiel schnalzen mit der Zunge, erregen Sie sein Interesse, nach Ihnen zu sehen. Jedes Mal, wenn der Hund Sie daraufhin ansieht, erhält er sofort ein Stückchen Futter aus der Hand. Das Schnalzen mit der Zunge empfiehlt sich, da es nur neutral, also weder freudig noch aggressiv artikuliert werden kann. Wiederholen Sie das über den Tag verteilt mindestens 30 bis 40 Mal. Setzten Sie es so lange fort, bis es zuverlässig klappt. Verwenden Sie dazu Futter aus der täglichen Futterration, denn etwas Hunger fördert das Interesse des Hundes an Ihrem Signal. Vergrößern Sie dann kontinuierlich den Abstand zu Ihrem Hund, wenn Sie mit der Zunge schnalzen. Damit muss der Hund eine gewisse Strecke zurücklegen, um ein Futterstückchen zu erhalten.


So bitte nicht!

Das kennen wir alle: Ein übel gelaunter Hundehalter versucht entnervt seinen Hund mit einem: „Komm gefälligst endlich her, sonst setzt es was" zu sich zu holen. Er wird dabei immer wütender, immer negativer in seiner Stimme und drohender in seiner Körperhaltung. Mal ehrlich, wenn Sie Hund wären - würden Sie sich so einer Person gerne und freiwillig nähern?


Gehen Sie in die Hocke


Das Lautsignal „Schnalzen mit der Zunge" versteht Ihr Hund bereits. Während Sie mit der Zunge schnalzen, etablieren Sie jetzt zusätzlich ein Körpersignal wie zum Beispiel in die Hocke gehen. Dadurch bringt der Hund das Schnalzen und Ihr „In die Hocke Gehen" in Zusammenhang. Nach wenigen Wiederholungen wird er das „In die Hocke Gehen" mit dem Schnalzen gleichsetzen. Jetzt kann, immer wenn er zufällig in Ihre Richtung schaut, dieses „In die Hocke Gehen" als Signal für Herankommen benutzt werden. Der Hund lässt sich sozusagen stumm heran rufen. So fördern Sie, dass er Ihren Blick sucht. Wahlweise wird er nun immer wieder über ein Schnalzen oder „In die Hocke Gehen" aufgefordert sich zu nähern, und mit Streicheleinheiten, gemeinsamem Toben
Unterstützen Sie die Geste „In die Hocke gehen" indem Sie die Arme seitlich neben dem Körper auf- und ab bewegen.
oder Futter belohnt.


Geste deutlicher gestalten

Ist der Abstand zwischen Ihnen und Ihrem Hund größer, dann ist es sinnvoll das Körpersignal zu verstärken und zusätzlich zum „In die- Hocke- Gehen" die Arme lebhaft seitlich neben dem Körper auf und ab zu bewegen. Die Armbewegungen sind für den Hund aus größerer Distanz besser wahrnehmbar und animieren ihn aufgrund des Bewegungsreizes auch stärker als das reine „In- die- Hocke Gehen".


Erfolg wird schnell eintreten

Sie werden sehen, innerhalb kürzester Zeit wird der Hund in dem Moment auf Sie zulaufen, in dem Sie leise mit der Zunge schnalzen oder wenn Sie bei zufälliger Blickaufnahme seinerseits in die Hocke gehen. Er weiß, dass es jetzt etwas Gutes zu Fressen oder ein paar Liebkosungen für ihn gibt. Nach und nach kann der Blickkontakt dadurch verlängert werden, dass Sie ihn, bevor er seine Belohnung erhält, zuerst ins Sitz bringen. Machen Sie ihn aus den unterschiedlichsten Situationen heraus auf sich aufmerksam. Sie können sein Herankommen und sein Dableiben spannender gestalten, wenn Sie ihm jetzt zum Beispiel eine interessante Such- und Apportieraufgabe stellen.


Binärsprache bringt schnelle Erfolge



Rufen Sie Ihren Hund prinzipiell immer, und ich meine wirklich immer freundlich, also mit hoher motivierender Stimme. Ignoriert er Sie oder wendet er sich von Ihnen ab, setzt die Binärsprache ein und Sie wechseln sofort vom positiven in den negativen Zustand. Der negative Zustand ist gleichbedeutend mit einer Warnung. Für Ihren Hund muss dabei immer klar sein, worauf sich diese Warnung bezieht. Um ihm durch den Warnlaut zu signalisieren, dass Sie sein sich Abwenden oder Ignorieren missbilligen, müssen Sie ihn genau in dem Moment warnen, wo er auf Ihr freundliches Rufen mit einem Ignorieren oder Abwenden des Kopfes reagiert. Sie bleiben so lange im negativen Bereich oder steigern ggf. die Intensität (angepasst an Hund und Situation), bis dieser reagiert. Zeigt er sich dabei nur ein klein wenig verunsichert oder wendet sich Ihnen wieder zu, wechseln Sie unverzüglich in den positiven Zustand. Motivieren Sie den Hund jetzt mit allerlei Tricks, sich Ihnen zu nähern. Locken Sie ihn mit übertrieben hoher Stimme, machen Sie den Hampelmann etc. Zeigen Sie übertrieben mit Körper und Stimme, dass Sie sich freuen. Wenn Sie sich dabei wirklich freuen, wird diese Freude auf Ihren Hund überspringen und er wird sich ebenfalls freuen. Das dynamische Wechselspiel positiv/negativ vermittelt deutlich und klar: richtig/ falsch. Das Wichtigste daran ist jedoch, dass Sie sich damit über Verhaltensmuster
in eine kommunikative Interaktion begeben, die für den Hund leicht verständlich ist.


Verfasser: Herr Anton Fichtlmeier # Literatur: „Grunderziehung für Welpen", Kosmos Verlag

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